Mittwoch, 13. Juli 2022

10. Das Kind des Kapitäns

Es war einmal ein kleiner Junge, der auf einem Schiff reiste. Der Kapitän dieses Schiffes war sein eigener Vater. Als das Schiff irgendwo in der Mitte des Ozeans ankam, gab es einen großen Wellengang. Alle hatten Angst, das Schiff würde sinken und sie würden ertrinken.

Daraufhin begannen sie zu weinen, um Hilfe zu bitten und zu beten, dass sie von diesem großen Übel, das über sie hereingebrochen war, gerettet würden.

Der Einzige, der auf diesem Schiff unbeirrt blieb, war der kleine Junge. Er stand an dem Geländer, unbeirrt und betete. Er flehte Gott an, sowohl seinem Vater als auch dem Schiff zu helfen.

Alle Passagiere weinten vor Angst. Einer von ihnen ging auf den Jungen zu, den er sah, dass er ruhig war, und sagte zu ihm:

„Mein Kind, hast du keine Angst? Hast du keine Angst, dass das Schiff sinkt und wir ertrinken?"

„Nein", antwortete das Kind, „ich habe keine Angst!"

„Aber warum?"

„Weil mein Vater der Kapitän dieses Schiffes ist! Er hat das Ruder des Schiffes in der Hand und ich habe keine Angst!"
                                                                              ***

Mein Gott, was für eine schöne Sache ist es für jeden Menschen, seine Seele mit absolutem Vertrauen in Deine göttlichen Hände zu legen!

Mögest Du der Herrscher über seine Seele sein!

Dann werden weder die Ängste, noch die Verwirrung, noch der Aufruhr, noch die Stürme, die im Laufe unseres Lebens aufkommen werden, für uns von großem Wert sein.

Völliges Vertrauen in Gott, unseren Vater, wird die wahre Stärke unseres Lebens sein. 


Montag, 11. Juli 2022

9. Die zwei Möglichkeiten, sich Gott zu nähern

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Christ sich Christus nähern kann.

Entweder mit der Einfachheit eines kleinen Kindes, das Gott, seinem Vater, vollkommen vertraut, oder mit der Demut eines Erwachsenen, der nie die Hoffnung verliert, dass Gott ihm alle Fehler und Sünden, die er in seinem Leben begangen hat, vergeben wird.

Als ein Kind lässt man seine Seele nicht in der Verzweiflung und Trauer über seine vielen Sünden versinken, wie es alle Erwachsenen tun, sondern überlässt sich mit kindlicher Liebe und Vertrauen der mütterlichen Liebe und Barmherzigkeit Gottes, seines Vaters, um ihm zu helfen und ihn von jedem Fehler und jeder Unreinheit zu befreien.

Als Erwachsener hingegen denkt man mehr und stets an die Fehler und Sünden, die man begangen hat, und versucht mit viel Demut, Tränen und geistlichen Übungen, all das Schlechte, das man getan hat, vor Gott zu sühnen.

Beide Wege sind gleichermaßen schön und erfreulich für unseren Herrn. Wir wählen einfach das aus, was zu uns passt. 

8. An den Gott meines Herzens

 

Mein himmlischer Vater, mein geliebter König, ich liebe dich sehr, 
von ganzem Herzen und mit absolutem Vertrauen lege ich, wie ein Kind,
in Deine göttlichen Hände meine demütige Seele.
* * *
Hilf mir, auf dieser Erde so zu leben, wie Du es willst,
mit viel Liebe, Freundlichkeit und Sanftmut.
Zu leben wie dein königliches Kind
der Dich mit seinem engelhaften Leben verherrlichen wird.
* * *
Erleuchte meinen Geist, damit ich nur an das Gute denken kann.
Gib mir weise Worte, damit ich niemanden beleidige
und ein barmherziges Herz, damit ich Dir gleich werde.
* * *
Ich glaube an dich, ich verehre dich und ich liebe dich.
Dein kleines Kind.


7. Warum wir schlechte Gedanken und Gedankenbilder nicht in unseren Gedanken aufrecht halten sollten

Normalerweise schenken wir Menschen den schlechten Gedanken und Bildern, die uns durch den Kopf gehen, nicht viel Aufmerksamkeit.

In einige von ihnen dringt der Teufel gewaltsam ein, um uns zu verführen und zu reizen, und andere kommen uns in den Sinn, weil wir sie anregen oder hervorrufen.

Böse Gedanken und Bilder, je nachdem wie übel und dämonisch sie sind, gleichen manchmal wie gefährliche Unreinheiten, die geistige Krankheiten verursachen können, und manchmal wie das Gift der Schlange, das sogar den geistigen Tod unserer Seele verursachen kann.

Schlechte Gedanken und Bilder richten großen Schaden in unserer Seele an. Der Schaden wird durch das Eingreifen Satans selbst verursacht, der hinter allem Bösen und jedem listigen Gedanken steht.

Die heiligen Väter sagen, dass hinter jedem bösen Gedanken oder jeder Sünde, die wir begehen, ein Dämon steckt. Wenn wir also die bösen Gedanken vertreiben, die in unseren Verstand eindringen, vertreiben wir auch den Dämon, der sie verursacht.

Wenn wir sie nicht vertreiben, geben wir selbst den Dämonen das Recht, uns nicht nur zu schaden, sondern auch in uns zu wohnen.

Darum hütet euch vor jedem bösen Gedanken, der in unseren Geist eindringt und ihn verunreinigt.


6. Einen klaren Geist bewahren

Jeden Tag gehen uns Tausende von Gedanken durch den Kopf. Manche sind gut und manche schlecht.

Gute Gedanken bringen Freude und Frieden in unser Herz, während schlechte Gedanken Aufruhr und Kummer verursachen.

In guten Gedanken ist der göttliche Duft des Heiligen Geistes enthalten, während in schlechten Gedanken eine verborgene dämonische Intervention zu finden ist.

Wenn wir Frieden in unserem Herzen haben wollen, müssen wir um jeden Preis unseren Geist von allen Unreinheiten und jeder Sünde reinhalten.

Es ist nötig jeden bösen, listigen und satanischen Gedanken, der durch das Eingreifen Satans oder durch unsere eigene Unachtsamkeit in unseren Geist gelangt, sofort zu vertreiben und dürfen nicht zulassen, dass er in uns Wurzeln schlägt.

Der Frieden oder der Aufruhr unserer Seele beginnen mit den Gedanken, die wir haben oder denen wir erlauben, in unseren Geist einzudringen.